Buenos Aires und das Dreiländereck Iguazu

Wie im letzten Beitrag erwähnt bin ich einige Tage in der Argentinischen Hauptstadt Buenos Aires gewesen. Mein Hostel lag im sehr gemischten Stadtteil San Telmo. Hier reihte sich ein Prachtbau neben einen Gebäude aus der 1960er und einen Halbverfallen Bau. Die angrenzenden Stadteile Palermo und Boca könnte ich von hier zu Fuß oder mit der Metro gut erkunden. In San Telmo gibt es das Modern Art Museum, dass eine Ausstellung von Tomas Saraceno zeigte. Thema war das Universum in einem Spinnennetz fangen. Ich war zeitgleich etwas verängstigt und über die Schönheit verwundert.

Graffiti in Buenos Aires sind oft gewollt und viele Künstler aus allen möglichen Ländern kommen in die Stadt und vor allem nach Palermo um dort zu arbeiten. Viele Werke sind sehr politisch und viele um die 30 Jahre alten Künstler sind von der Finanzkrise von 2001 und ihren Folgen geprägt. Ich habe an einer Führung teilgenommen und der Guide erklärte, er habe bis heute kein Vertrauen in die Banken. Seine Familie habe innerhalb einer Nacht im Jahr 2001 einfach 75% ihres Besitzes und beide Eltern ihren Job verloren. Der damalige Präsident de la Ruá floh nach heftigen Protesten per Hubschrauber aus dem Präsidentenpalast.

Die Graffiti Kultur in Argentinien ist nicht wie in den USA durch die Armen und Gangs geprägt sondern wurde durch die Mittelschicht gemalt, die in die USA reisen und sich das oft teure Equipment importieren konnten. Mit der Zeit wurde es daher normal neben dem Namen auch Kontaktdaten wie Facebook, E-Mail oder sogar Telefonnummer neben das Bild zu malen.

Am Sonntag habe ich ein Spiel des aktuell wohl erfolgreichsten argentinischen und weltbekannten Fußballclub Boca Junior besucht. Das Spiel selbst war alles andere als gut obwohl mit Temperley (Platz 26 von 28) eigentlich ein Gegner kam, der viele Tore versprach. Am Ende haben Carlos Tevez und Co. einen knappen 1-0 Sieg mitgenommen. Ich habe die Stimmung im Stadion genossen auch wenn ich mir etwas mehr erhofft hatte. Die Fans sind für ihre Stimmung bekannt aber leider auch berüchtigt für Gewalt. Daher wurden in den letzten Jahren die Gesetzte stark angepasst und nun gibt es weder Alkohol nach Gästefans in den Stadien.

Auch in Buenos Aires gibt es wie in fast allen Ländern Südamerikas Karneval. Allerdings etwas kleiner und ruhiger als es zum Beispiel in Brasilien der Fall ist. Jeder Stadtteil hat eine Meile auf der sich die Vereine vorstellen und eine Show zeigen. In San Telmo habe ich so unter anderen die Besonderheit erlebt eine Show mit allen nur erdenklichen Handicaps zu sehen. Bedingt durch das Gedränge habe ich auf Fotos weitestgehend verzichtet. Interessanterweise wurde auf der Veranstaltung in San Telmo darauf hingewiesen, dass hier kein Alkohol getrunken wird und ich habe kein einziges Bier gesehen an diesem Abend.

Ein weiterer interessanter Ort ist der ehemalige Friedhof La Recoleta im Zentrum. Hier gibt es wie in vielen Südamerikanischen Ländern Mausoleen und überirdisch Gräber. Auf Grund der Bauten wirkt es wie eine Miniaturstadt. Hier ist neben vielen wichtigen Menschen der Geschichte der Region auch Evita Perón begraben.

Wie jede Stadt so gibt es auch hier den obligatorischen Beton- und Glasbau der 1960er Jahre.

Neben den bunten Mix aus Häusern aus den 19.Jahrhundert und modernen Bauten ist mir die Metro aufgefallen. Die Namen der Stationen hat immer ein Bezug zu einer Geschichte oder Orten. Passend dazu wird in der Station ein Bild gezeigt und erklärt. Die Eingänge sind sehr schmal und erinnern mit ihrer Verzierungen zum Beispiel an Antike Wandmalerei.

Im Zentrum gibt es an den Hauptachsen einige Prachtbauten wie den Kongress, das Theater oder das Denkmal für die Unabhängigkeit.

Nach einer Woche urbanen Leben habe ich mich für eine weitere 20 Stunden Busfahrt nach Norden an die Triple Frontier entschieden. Für solch lange Fahrten haben ich mich auf meiner Reise meist für die zweite von drei Klassen entschieden (Cama). Diese bietet genug Platz um auch etwas zu schlafen und die Beine auszustrecken.

Die Wasserfälle von Iguazu im Argentisch- Brasilianisch- Paraguayischen Grenzgebiet sind UNESO Weltnaturerbe und einmalig in Südamerika. Es gibt hier an jedem Ufer einen Stadtteil der jeweils ein anderes Land ist. Das Argentinische „Puerto Iguazu“, die Paraguayische „Ciudad del Este“ sind außerdem noch in einer anderen Zeitzone als das Brasilianische „Foz do Iguaçu“. Hinzu kommt, dass mit dem überqueren der Brasilianischen Grenze Portugiesischen gesprochen wird und Spanisch nicht mehr viel bringt. Ich habe tatsächlich mehrfach erhebliche Verständigungsprobleme gehabt.

Heute habe ich die Brasilianische Seit der Wasserfälle besucht und zum ersten Mal auf meiner Reise nicht so viel Glück mit dem Wetter gehabt. Da es allerdings klar war, dass ich am Wasserfall Naß werde hat mir das als Hamburg Jung wenig ausgemacht.

Den Nationalpark erreicht man ganz einfach mit dem Bus Linie 120. Dort angekommen wird man mit Parkeigenen Bus zu unterschiedlichen Haltestellen gebracht, an denen Wanderungen oder Safaris beginnen. Ich habe einen etwa 1-2 km kurzen Weg am Fluss gewählt und habe so unterschiedlich große und kleine Wasserfälle sehen dürfen.

Überall neben und auf dem Wegen liefen unterschiedliche Nasenbären rum und suchten teilweise sehr aggressiv nach Essen. Einer Australierin musste ich helfen, da ein Bär sich praktisch an ihrem Rucksack festgebissen hatte und ohne den herbeigerufenen Park Ranger wohl auch nicht wieder los geworden wäre. Diese Tier können Krankheiten übertragen und beißen sehr heftig obwohl sie sehr niedlich aussehen.

Das absolute Highlight war dann der „Garganta del Diablo“ mit einem Steg mitten in den Wasserfall!

Ich wünsche allen Lesern einen tollen Sonntag und freue mich schon darauf viele von euch in zwei Wochen wieder zu sehen! Vorher werde ich die nächsten Tage wohl den Norden Argentiniens erkunden und morgen Brasilien nach drei Tagen wieder verlassen.

Hier ein Überblick über meine bisherige Reise auf der Karte. Der blaue Pfeil ist mein aktueller Standort in „Foz do Iguaçu“.

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