Die nördlichste Stadt in der Region Los Largos ist die Hafenstadt Puerto Monntt. Von hier gibt es eine Fährverbindung, die zwei mal die Woche fährt. Die Fahrt geht drei Nächte und vier Tage durch die Fjorde, Kanäle und teilweise sogar das offene Meer über das isolierte Puerto Eden bis nach Puerto Natales.

Die Fähre „Eden“ der Reederei Navimag ist eine von zwei Schiffen auf dieser Route und mit seinen 7 Decks recht überschaubar aber bietet alles nötige. Wer allerdings trotz hohem Preis mehr als das nötigste erwartet sollte nicht mit dieser Reisen.



Da ich unsicher war wie gut ich aus Frutilla nach Puerto Monntt komme um rechtzeitig einzuchecken habe ich eine Nacht in der Stadt übernachtet. Rückblickend würde ich das niemanden raten, da sowohl aus Frutilla als auch Puerto Varas fast rund um die Uhr kleine Busse fahren und diese beiden Städte wesentlich schöner sind und auch nur wenige Kilometer entfernt liegen.
Zwischen 9:30 und 13 Uhr musste das Gepäck abgegeben und eingecheckt werden. Anschließend habe ich mir die weitere Wartezeit mit einem Spaziergang im unspektakulären Hafen und der Innenstadt von Puerto Monntt vertrieben.
Um 13:30 Uhr ging es dann mit einem Bus zum Anleger einige Minuten außerhalb der Stadt. Der Bus fährt auf die Fähre und so mussten wir unser Gespäcke nur auf die Kabine tragen.
Ich habe mir eine spatanische Innenkabine ohne Fenster mit drei weiteren Personen geteilt. Im Bett über mir schlief ein Stellinger mit dem ich viel Zeit verbracht habe. Mit ihm und zwei Frankfurtern habe ich in der nächsten Woche viel Karten gespielt und ein Auto gemietet um den Nationalpark Torres del Paine zu besuchen. Mehr dazu später. Zurück zum ersten Tag an Board. Wir wurden im Speisesaal vom Reiseführer Percy begrüßt. Dieser hielt an den nächsten Tagen gute Vorträge zur Flora, Fauna in Patagonien und dem Nationalpark Torres der Paine. Die Fahrt ging durch weite Fjorde und das Ufer ändert sich alle paar Kilometer von kleinen Inseln mit Bäumen, kleinen Felsen mit Pinguinen oder Seelöwen zu mehrere hundert Meter hohen Bergen.






Auf Grund des sehr wechselhaften Wetter und den Lichtverhältnissen könnte ich nur wenige Fotos machen und habe daher viel die Aussicht genoßen. Einzig Sonnenaufgänge und -Untergänge haben mit meinem Handy gut geklappt.





Mehrere Delphine und ein Wal waren neben vielen sehr engen Kanälen und Durchfahrten die weiteren Highlights auf der Tour. Nach vier Tagen sind wir in den Morgenstunden in Puerto Natales angekommen. Die Stadt liegt hinter einer nur 70 Meter breiten Durchfahrt und kann daher nur bei Hochwasser erreicht werden. Außerdem ist es oft sehr windig und auch unser Anlegemanöver hat erst nach drei Versuchen funktioniert.


Etwa 1-2 Stunden Autofahrt entfernt von Puerto Natales liegt der Nationalpark Torres del Paine. Ich habe mit den zwei Frankfurtern und dem Stellinger ein Auto gemietet und so könnten wir sehr unkompliziert zwei Tagestouren machen. Am ersten Tag ging es in Richtung Grey See und Gletscher. Die 2-3 Stunden Wanderung waren von im Minutentakt wechselndem Regen, Sonnenschein, Hagel oder Schnee bei extremen Wind geprägt. So bin ich innerhalb von weniger als 10 Minuten komplett Nass geworden aber auch wieder getrocknet und ich war froh, dass ich nun die wochenlang nicht benötigte Regenkleidung inklusive Handschuhe dabei hatte.







Der zweite Tag im Park war eine 4-5 Stunden Wanderung zum Aussichtspunkt auf den Torres del Paine also dem namensgebenden Berg. Dieser hat eine sehr auffällig Form und das unterschiedlich farbige Gestein zeigt die Spuren eines vergangenen Gletschers. Vor der Wanderung haben wir mit einem Katamaran den See überquert.






Nach vier Tagen in Puerto Natales und Umgebung habe ich beschlossen mit dem Bus wieder Richtung Norden und ins argentinische El Calafate zu fahren und dort den Glacier Parque mit dem eindrucksvollen Gletscher Perito Moreno zu besichtigen.
Dazu habe ich mich einer Tagestour mit einem Boot auf dem Lago Argentino angeschlossen. Neben dem Gletscher besichtigten wir zwei Wasserfälle und einen kleinen Wald mit riesigen über 300 Jahre alten Bäumen.






Diese beiden Eindrücke waren schon sehr toll aber wurden dann vom Perito Moreno nochmal getoppt. Ein über 7 km breitet und 60-70 Meter über das Wasser ragender Eisblock!





Nach all dem Eis, Regen, Hagel und Wind bin ich heute mit dem Flugzeug nach Buenos Aires geflogen und werde mir ein paar Tage urbanes Leben in der Hauptstadt gönnen bevor es dann zu überlegen gilt wie ich die letzten 3 Woche Reise um am 27.02. wieder zurück in Santiago de Chile zu sein. Von dort geht es dann am nächsten Tag nach dieser tollen Reise wieder zurück nach Hamburg. Aber bevor ich zu viel an die Heimat denke werde ich die nächsten Wochen genießen und euch weiter berichten!
