Auf der Wanderung im Colca Tal und Canyon habe ich eine Französin kennengelernt, die genau wie ich Richtung Santiago de Chile wollte und so haben wir beschlossen die nächsten Tage zusammen zu reisen. Ihr spanisch war dabei sehr hilfreich.
Um von Peru nach Chile zu kommen gibt es im Prinzip drei übliche Routen.
1. Am schnellsten ist ein Flug z.B. von Arequipa und somit wird die Grenze am Flughafen passiert. Internationale Flüge in Südamerika sind allerdings nicht günstig!
2. Am sehenswertesten ist der Umweg Richtung Titicaca See und Bolivien. Der Bergpass zwischen Bolivien und Chile soll sehr spektakulär sein und die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind länger gut und somit soll die Einreise unkomplizierter sein. So wurde mir mehrfach berichtet.
3. Wir haben den direkten Weg gewählt und haben ein Busticket nach Tacna gekauft. Die 380 km und 7 Stunden Busfahrt waren schnell vorbei. Von dort ging es mit einem offiziellen Sammeltaxi, dem „collectivo“ zur Grenze und dort gab es dann die üblichen Kontrollen. (Kleiner Funfact. Mein in Peru gekaufter chilenischer Apfel wurde von den Beamten beschlagnahmt und dürfe nicht wieder zurück in seine Heimat. Begründung: Keine fremden Samen und Früchte dürfen die Grenze passieren um so die Einheimischen Sorten zu schützen.) Der Fahrer hat uns alle Wege gezeigt und überall gewartet und dann in der ersten Chilenischen Stadt Arica am zentralen Taxiplatz abgesetzte. Die Preise für diese Dienstleistung hängen öffentlich aus und jeder muss zusätzlich eine Ausreisesteuer in Tacna bezahlen, die vom Fahrer kontrolliert wird. Ich war dankbar für die Kenntnisse meiner Mitreisenden!
In Arica angekommen haben wir bereits einen deutlich Unterschied im Stadtbild feststellen können. Alles war ordentlicher und jedes Haus war fertiggestellt. Die Stadt liegt direkt an der Küste und bietet ein paar schöne Strände und leckeren Fisch im Hafen.


Die Grenzregion zwischen Peru und Chile war mehrfach Ort blutiger Konflikte und so ist es keine Überraschung, dass die Chilenen dort ein Denkmal erbaut haben. Dieses überragt die Stadt und bietet eine tolle Aussicht über das gesamte Gebiet. Wie üblich steht dort kein Soldat sondern eine andere Personen ? Wer diese Erkennt, gewinnt einen Charmapunkt.
Neben den Stränden mit sehr kaltem Wasser und dem Aussichtspunkt gab es wenig in der Stadt zu sehen und so sind wir nach zwei Tagen weiter nach San Pedro de Atacama. Es gibt aber einige sehenswerte Gegenden und Gebiete außerhalb der Stadt, die aus Zeitgründen nicht in Frage gekommen sind.
San Pedro ist weltweit bekannt für seine besondere Lage. Es liegt sehr hoch und ist von vielen Vulkanen und Bergen mit bis zu 6300 Metern umgeben. Daher gibt es wenig Lichtverschmutzung und der Himmel kann somit unbeeinflusst beobachtet werden. Auf einem Hochplateaus in 5000 Meter ist deshalb das weltweit einzigartige ALMA Projekt zur Beobachtung des tiefen Weltraumes zu Hause und fast alle Touristen kommen zum Sterne gucken. Es ist neben Hawaii der wichtigste Ort für die Weltraumforschung auf der Erde.
Mit meiner Kamera könnte ich den Himmel nicht festhalten und daher kann ich hier keine Fotos veröffentlichen. Allerdings werde ich diese Nächte immer in Erinnerung haben. Mein Traum von einer Nacht im Schlafsack unter freiem Himmel hat sich zwar nicht erfüllt aber ich habe zwei Nächte stundenlang Sternschnuppen gesehen und Objekte mit bloßem Auge erkannt, die ich weder kannte noch jemals hätte sehen können weil sie in Europa verborgen sind. Der Ort selbst ist extrem auf Touristen ausgerichtet hat seinen Charm eines kleines Ortes in der Wüste jedoch erhalten. Alle Gebäude sind einstöckig und meist mit dem selben Lehm verputzt.



In der Umgebung von San Pedro gibt viele Ausflugsziele und so haben wir eine Fahrradtour im Norden der Stadt gemacht und wunderschön Berge und Schluchten gesehen. Wer viel Zeit hat kann hier problemlos mehrere Tage mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sein.

Der angrenzende Flamingo Nationalpark bietet erheblich mehr als die im Namen versprochen Vögel. Unser Tourguide meinte nur, dass der Name hauptsächlich aus Marketinggründen gewählt wurde. Wir sind einen ganzen Tag mit dem Bus in der Region unterwegs gewesen. Erstes Ziel waren zwei Lagunen auf über 4000m Höhe und dieumliegende Flora und Fauna. Dort leben unterschiedliche Tiere und die immer wieder überraschten uns bunte Wiesen mit Blumen. Die Lagunen lagen malerisch schön am Fuße eines aktiven und etwa 6000m hohem Vulkan und boten spektakuläre Aussichten!



Mein persönliches Highlight an diesem Tage war die Sala de Atacama mit ihrer unwirklichen Umgebung. Dieser Salzsee ist ein Lebensraum für Zugvögel wie den Flamingos und ein Besuch wert. Das Salzhaltige Wasser fließt aus den Bergen in das Hochplateau und während dieses versickert, lagert sich das Salz und die anderen Sedimente ab und bilden die Salzwüste. Im seichtem Wasser wimmelt es von kleinen schrimps und diese sind eine einfache Beute für die Vögel.



In San Pedro habe ich mich entschieden über die Feiertage in Santiago de Chile meine spanisch Kenntnis zu verbessern und eine Sprachschule gebucht. Daher habe ich bereits nach vier Tagen schweren Herzens Abschied von dieser tollen Region genommen und bin erneut aufgebrochen. Der Nachbus hat mich in die wenig spektakuläre nordchilenische Stadt La Serena gebracht, wo ich mich von meiner Reisebegleitung nach etwas mehr als einer Woche getrennt habe. Durch die Nacht in La Serena konnte ich dieses Mal eine Busfahrt über Tage nehmen und so während der Fahrt die Umgebung beobachten. Verglichen mit den spektakulären Panorama der Südperuanischen Küste war es allerdings etwas ernüchternd.
Als ich in Santiago de Chile angekommen bin wurde ich vom Hostelinhaber sofort auf die Präsidentenwahl am nächsten Tag hingewiesen. Es würden am nächsten Tag alles geschlossen sein und ich solle mich bereits jetzt mit allem für morgen versorgen. Tatsächlich machten bereits an diesem Tag fast alle Geschäfte und Gaststätten sehr früh zu und nicht mal McDonalds hatte nach 22:00 Uhr geöffnet. Meine Hoffnung, dass wenigstens die Läden im Busterminal eine Ausnahme wären hat sich ebenfalls schnell zerschlagen und so begnügte ich mich an diesem Abend mit der nächsten Pizzeria.
In neuen Jahr gibts dann ein Bericht von den Feiertagen und dem Jahreswechsel in dieser überraschend grünen Metropole.



Zum Schluss noch eine kleine Bilanz zum Wetter. Seit ich am 3.November in Lima angekommen bin habe ich drei (!!) Tage mit Regen erlebt ? Ich muss zugeben, dass es schon komisch ist und ich mir sogar schon mal ein paar Regentropfen zur Abkühlung gewünscht habe..
Allen Lesern wünsche ich frohe Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!