Der im letzten Beitrag angesprochene Flug war unspektakulär und so bin ich am späten Abend in Lima angekommen. Dieses Mal hatte ich mir ein Hostel in Barranco ausgesucht mit Bar und Party. Im Laufe des Abends habe ich dann einen Australier kennengelernt, der mit einem ca. 40 Jahre alten Jeep von Alaska nach Feuerland unterwegs war. Es war also genau meine Richtung und so beschlossen wir ein paar Tage zusammen zu reisen.

Am nächsten Tag ging es dann von Lima in Richtung Arequipa. Für die etwas 780km haben wir uns zwei Tage eingeplant, da der Verkehr und die Straßen hier anders funktionieren. Mir war bisher nicht klar, wie viele Kombinationen von Hupen und Blinken möglich sind. Die Straße verlief hauptsächlich parallel zur Küsten und bot oft spektakuläre Aussichten.




So habe ich mitten in der Wüste den Ausblick auf riesige Gletscher und Vulkane genießen können und malerische Täler mit allen möglichen Pflanzen und Bäumen.
Unsere Fahrt hat uns an den bekannten Nazca Linien vorbeigeführt. Wie vielen waren mir die Luftaufnahmen dieser merkwürdigen Linien bekannt aber ich hatte sie für deutlich größer gehalten. Trotzdem ein interessanter Ort und die Aussichtsplattform war für 4 Soles Eintritt in Ordnung.


Für die erste Nacht haben wir eine abgelegene Bucht mit dem Namen Puerto Inca gefunden. An diesem Strand habe ich zum ersten Mal unter freien Himmel geschlafen und die Sterne sowie die Wellen genossen!

Wir sind am nächsten Morgen mit dem Sonnenaufgang um 5:30 wach geworden und so bin ich bereits gegen Mittag in Arequipa angekommen. Die Stadt wird sowohl als „Das Rom Perus“ sowie die „weiße Stadt“ bezeichnet. Beides geht auf die vielen Kirchen und das Kloster Santa Catalina zurück, die mit vielen Weißen Vulkangestein erbaut wurden. Fast die gesamte historische Innenstadt ist ein Weltkulturerbe und in einigen Teilen sogar eine reine Fußgängerzone. Viele der Gebäude aus den letzten vier Jahrhunderten wurden renoviert und sind heute Geschäfte, Restaurants oder Kunstgalerien. In den Verzierungen sind oft der Einfluss der indigenen Kulturen erkennbar und wie diese mit dem Christentum verschmolzen wurde. So wurde die im Katholizismus bekannte Verehrung von Ikonen dazu genutzt Figuren der bisherigen Religionen in das Christentum zu überführen.
Arequipa wurde schon kurz nach seiner Gründung zu einem der wichtigsten Ort um die Bevölkerung zu bekehren und hat bis heute wenig von seiner Bedeutung verloren. Das zeigt die Anzahl der Kirchen in der Innenstadt und ich habe bei jedem Versuch der Besichtigung einen Gottesdienst vorgefunden.






Da mir mein Hostel nicht gefiel habe ich mir am zweiten Tag eines direkt in der Altstadt gesucht und einen tollen Blick auf die naheliegenden Berge mit dem aktiven Vulkan Misti bekommen.

Die gesamte Gegend ist an regelmäßige Erdbeben und Vulkanaktivität gewöhnt und wurde im Laufe der letzten Jahrhunderten mehrfach schwer getroffen. Die Menschen sind aber trotzdem geblieben und die Stadt wurde immer größer. Das Kloster Santa Catalina ist bis heute im Betrieb und ein Teil wurde seit 1970 immer weiter renoviert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es ist ein sehr ruhiger Ort und die Veränderungen in der Architekturen der letzten vier Jahrhunderten ist gut sichtbar.







Ich habe an den nächsten Tagen noch einige wirklich schöne und alte Ecken kennengelernt und es genossen in der Altstadt zu sein. Allerdings bietet es sich an aus Arequipa auch die Natur zu erkunden und so habe ich mich für eine dreitägige Wanderung im Calca Tal und Canyon entschieden. Diese Region wurde viele Jahrhunderte von Kulten bevölkert bevor die Inka sie im 15.Jahrhundert eroberten. Beide Regionen werden von mehren über 6000 Meter hohen Bergen und Vulkanen umringt. Das Tal liegt auf etwa 2300 Metern und unser Wanderweg hat bis zu 1300 Meter Höhen Unterschied gehabt. Bis heute gibt es noch über 20 Dörfer in dieser abgelegenen Gegend und die Versorgung erfolgt weiter mit Maultieren, Eseln oder Pferden. Hier liebevoll „local Taxi“ genannt. Des Weiteren gibt es hier auch noch viele Alpakas und Lamas, die sowohl Wolle liefern aber auch Nahrung sind. Ich habe das Vergnügen gehabt eine Suppe mit Alpakafleisch zu essen und sogar die Spezialität Meerschwein zu probieren. Das Alpaka liegt geschmacklich ganz klar vorne, ist aber nicht so süß bevor es gegessen wird.






Die letzte Etappe am dritten Tag war die heftigste und steckt mir gerade noch in den Knochen. Es ging ca 7,5 km mit 1,1km Höhen Unterschied praktisch durchgehend bergauf. Das anschließende Bad in den nahegelegenen Heißen Quellen und dem kalten Fluss hat mehr als gut getan. Auf der Rückfahrt aus dem Colca Tal haben wir den bisher höchsten Punkt passiert, den ich betreten habe. Es waren fast 4850 Meter über Null!


Morgen geht die Reise wohl tatsächlich nach Chile!