Trujillo und Tarapoto – Von der Wüste in den Regenwald

Trujillo wurde nach der Heimatstadt des spanischen Konquistador Francisco Pizarro benannt. Dieser wurde unter anderen durch die Gefangennahme und Hinrichtung des Inka Herrschers Atahualpa bekannt. Die Stadt ist somit eine der ältesten von europäischen Eroberern gegründeten in Südamerika. Es gibt zahlreiche alte Gebäude und sogar einige Botschaften haben bis heute ihre Sitze im historischen Zentrum. Der Hauptplatz wird gerade renoviert und war daher nicht zugänglich. Die Stadt wurde wie New York oder Mannheim mit einem Schachbrettmuster anlegt und die Straßen haben Zahlen oder Buchstaben als Namen.

Die Stadt hat einige Museen zu bieten und im Archäologischen Museum kann unter anderen eine 10.200 (!) Jahre alte sitzende Mumie besichtigt werden. Dort wird die lange Siedlungsgeschichte der Region schön erklärt. Das historischen Gebäude hat einen tollen Innenhof und war selbst bei drückend heißen 30 Grad angenehm kühl.

Die Lehmstadt Chan Chan liegt wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und war über viele Jahrhunderte die Hauptstadt der Chimu Kultur und somit einer der größten Widersacher des Inka Reiches. Die Gegend liegt zwar in der Wüste wird aber über mehrere Flüsse mit Wasser versorgt. Ohne die List, diese Wasserversorgung zu unterbrechen wäre die Stadt wohl erst von den Spaniern erobert worden. So wurde diese von den Inkern einfach ausgetrocknet.

Im nahegelegenen Museum ist ein tolles Model der gesamten ca. 14 qkm großen Stadt zu sehen. Die Bilder stammen aus einem von 10 Palästen der Chimu Könige. Jeder Herrscher hatte seinen eigenen komplex mit eigenem Friedhof. Die Chimu glaubten, dass die Welt der Toten nach den selben Prinzipen wie die der lebenden funktionieren würde. Also wurde der Tote König unter anderen von seinen 14 Frauen, Soldaten und sogar seinem Hund „begleitet“. Sprich, diese wurden unter Drogen gesetzt und haben sich geopfert. Interessant ist die Tatsache, dass diese Kultur keine Schrift entwickelt hat. Alles wurde in Bildsprache verziert und mündlich überliefert. Folglich ist es kein Wunder, dass als die Spanier die Region erreichten bereits vergessen war welche Zivilisation sich hier entwickelt hatte.

Die Chimu Kultur ging aus der weiter östlich gelegenen Moche Kultur hervor. Diese hatten mit Überschwemmungen zu kämpfen und ist daher weiter in den Norden gezogen und hat sich dann am Fluss Chimu niedergelassen. Die Spuren der Moche sind in zwei gewaltigen Pyramiden noch heute sichtbar. Die Tempel der Sonne und des Mondes zeigen wie wichtig die Gezeiten in der Religion waren. Das sonstige Wissen über diese Siedler ist aber nochmal beschränkter als es das schon bei den Chimu war.

Nach vier Tagen ging es mit dem Nachtbus auf eine 19 stündige Fährt über die Anden in die letzte Großstadt mit einer Straßenverbindung in Richtung Regenwald. Tarapoto wird oft als das San Francisco Perus bezeichnet und liegt in einem sehr hügeligen Gebiet. Die heutige Stadt hat mehrere kleine Zentren und mein Hostel liegt etwas Außerhalb und hatte daher schon Dschungel Feeling. Damit meine ich sowohl Wälder als auch Regen. Außerdem 24 Stunden Tiergeräusche und -aktivität. Beispielsweise war das Bad trotz täglicher Reinigung ein Lieblingsort einer kleiner Insektenarmee. Auch wurde ich nachts von einer an der Wand rumlaufende Echse überrascht. So ist die Natur nun mal!

In der nähe von Tarapoto gibt es einige tolle Wasserfälle und eine Lagune zu sehen, die zum Baden und Verweilen einladen. Ich habe diese aber ohne Kamera besucht und kann daher nur berichten. Morgen werde ich das erste mal einen Flug innerhalb Perus nach Lima erleben. Ich wollte mir damit die 30 Stunden mit dem Bus ersparen und hoffe die Überquerung der Anden in einer kleinen Maschine von StarPeru wird nicht zu unangenehm.

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